Immer mehr Recruiting im Radio – der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar

"Nachfrage in die Höhe geschnellt." Leiterin Audioproduktion bei ams Gaby Grubert.

"In den vergangenen zwei Jahren ist die Nachfrage nach Recruiting-Spots enorm in die Höhe geschnellt." Gaby Grubert, Leiterin Audioproduktion bei ams - Radio und MediaSolutions, braucht keinen Blick in die Auftragsbücher zu werfen, um diese Entwicklung zu beschreiben, die sich in der zurückliegenden Zeit ergeben hat - und: die weiter anhält.

Doch nicht nur in den Werbeblöcken der sieben OWL+-Lokalradios haben sich Bemühungen von heimischen und überregional agierenden Unternehmen zur Gewinnung von Personal etabliert, sondern auch in redaktioneller Anmutung auf den Wellen der Sender.

Mediaberater bei Radio Hochstift: Pascal Döpker

Pascal Döpker, Mediaberater bei Radio Hochstift, nennt als ein Beispiel den Topjob. Hier werden Stellenangebote der Arbeitgeber von einer professionellen Radiostimme kostengünstig "On Air" vorgelesen und in der Regel 10mal gesendet, bei Bedarf häufiger. Da die Sendezeit variabel ist, können Unternehmen beispielsweise auch nachts schalten, wenn sie vor allem Schichtarbeiter erreichen möchten. Pascal Döpker zeigt auf, was den Topjob für Unternehmen als Recruiting-Instrument attraktiv macht: ein spontaner Bedarf könne gedeckt werden, denn der Topjob ist schnell produziert, das Unternehmen erhalte auch die Internet-Lizenzen, d.h. es kann den Spot auch posten oder auf seine Webseite stellen, unterstützend wird er als Button auf der Website des jeweiligen Lokalradios geschaltet und: Die Rückmeldungen seien durchweg positiv.

"Von mindestens 3-4 Bewerbern berichten uns die Unternehmen immer, häufig sind es deutlich mehr. Was ihnen noch sehr wichtig ist: Sie erreichen Menschen, die sie auf anderen Kanälen nicht erreicht hätten." Hier wirkt sich positiv aus, dass Radio als "Nebenbei-Medium" die Hörer auf vielen Wegen begleitet, auch dann, wenn sie gar nicht an eine Jobsuche denken.

Ein Effekt, der auch bei der Schaltung von Recruiting-Spots einen der großen Vorteile der Personalsuche über das Radio ausmacht.

Best Practice-Beispiel: nobilia

Marc-Andre Kolbe ist Personalreferent beim Verler Küchenhersteller nobilia. Das Unternehmen nutzte bereits die üblichen Recruiting Kanäle, wie z.B. Printmedien, Internet etc. und wollte sich durch die Radiowerbung breiter aufstellen. Marc-Andre Kolbe berichtet nach anderthalb Monaten: "Wir bekommen von allen Seiten ein positives Feedback." Der Küchenhersteller wirbt mit der Kampagne 'Ich bin ein Nobilianer.' und fühlte sich von Anfang an gut betreut:

"Mit der gesamten Zusammenarbeit mit ams, vom ersten Termin über die Produktion bis hin zum Ergebnis und der Veröffentlichung waren bzw. sind wir sehr zufrieden und können diese Kooperation nur weiterempfehlen."

Zielgenau und emotional

ams-Geschäftsführer Uwe Wollgramm

Für beide Varianten, Radiospots wie Formen wie Topjob gilt für ams-Geschäftsführer Uwe Wollgramm: "Radio bietet die Möglichkeit, ein Stellenangebot in sehr kurzer Zeit sehr bekannt zu machen. Speziell lokales Radio erreicht Fachkräfte örtlich und zeitlich zielgenau. So können etwa Unternehmen, die daran denken, Fachpersonal von Konkurrenten abzuwerben, potenzielle Bewerber auf ihrem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte direkt ansprechen." Und Gaby Grubert hebt ergänzend den emotionalen Effekt von Radiowerbung hervor: "Durch Radiospots kann das Unternehmen sich darstellen und erlebbar machen. Es kann mit allen zur Verfügung stehenden Stilmitteln eine Haltung kommunizieren und potentiellen künftigen Mitarbeitern Lust machen, selbst Teil der Unternehmensfamilie zu werden."

Best Practice-Beispiel: die LÜNING-Gruppe

Die LÜNING-Gruppe suchte in Radiospots u.a. LKW-Fahrer.

Ständig auf der Suche nach neuer Teamverstärkung im Bereich Fahrer, hat auch die LÜNING-Gruppe aus Rietberg auf Radio gesetzt. Ina Peters, Assistentin der Geschäftsführung und zuständig für Personalentwicklung, erklärt: "Zunächst haben wir uns Gedanken gemacht, wo wir diese spezielle und vor allem stark gefragte Zielgruppe am besten erreichen können - ganz klar, in der Fahrerkabine über das Radio."

Das Radio ist ein ständiger Wegbegleiter, ganzgleich ob aktiv oder passiv, ob Tag oder Nacht. Der Erfolg war überwältigend: "In kürzester Zeit erreichte uns eine Vielzahl an Bewerbungseingängen. Mit den Bewerbern - auch das ein weiterer Pluspunkt - konnten wir über eine direkte Hotline kommunizieren, sodass wir per Telefon schon vorab ein kurzes Interview führen bzw. Fragen, die dem Bewerber auf der Seele brannten, direkt beantworten konnten. 'Barrierefreies Bewerben' stand dabei im Mittelpunkt, ein echter Vorteil für beide Seiten." Sowohl das Medium Radio als auch die interne Bearbeitung brachten dem Unternehmen mehr als den erhofften Erfolg.

Recruiting im Radio? Wirkt!

Abschließend fasst Mediaberater Pascal Döpker die Vorteile von Recruiting im Radio zusammen: "1. Wir erreichen junge Menschen ohne klassisches Zeitungsabo, sprich als Zielgruppe 'Ausgelernte Azubis' um die 20-30 Jahre, 2. wir erreichen auch die, die aktuell einen Job haben und nicht in den Stellenteil der Zeitungen schauen und 3) es wirkt über die eigentliche Suche hinaus zugleich werblich und positiv... 'Bei Firma Mustermann läuft es, die suchen mehr als 10 Leute...'"

ams, 23.04.2018