Kampagne für die JVA Herford

Top Job der Woche im Jugendvollzug

Ist von Gefängnissen die Rede, stellt man sich ein Gebäude hinter großen Mauern vor, in dem die Häftlinge ihre meiste Zeit hinter Gittern verbringen. Wofür sollte eine solche Institution Werbung machen?

Eine Justizvollzugsanstalt wie die JVA Herford ist auch ein Arbeitgeber, sagt Katharina Hommel, Beamtin im mittleren Dienst der Personalabteilung in der JVA. Wir bieten eine ganze Reihe an Ausbildungsberufen und Jobs an. Daran denken die wenigsten.

Die JVA Herford ist eine von vier Anstalten für den geschlossenen Jugendvollzug in Nordrhein-Westfalen und als solche für die sichere Unterbringung von Häftlingen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren verantwortlich. Aber die JVA ist mit ca. 160 Ausbildungsplätzen auch einer der größeren Ausbildungsbetriebe der Region.

Da verwundert es nicht, dass die Vollzugsanstalt Ende Januar gleich mehrere offene Stellen im Werkdienst und in der Verwaltung bewarb. Mit der Sonderwerbeform Top Job der Wochekombinierte die JVA Spots bei Radio Herford mit zusätzlicher Button-Werbung auf der Webseite des Lokalsenders.

Werbung für einen Job im Gefängnis: Eine Behörde wie die Justizvollzugsanstalt Herford zählt zu den größten Ausbildungsbetrieben der Region. Radio Herford strahlte den Recruitingspot für die JVA aus.

Mehr Aufmerksamkeit für spezielle Berufe

Um diese speziellen Berufsgruppen dennoch zu erreichen und Aufmerksamkeit für die Jobangebote der Behörde zu schaffen, schaltete die JVA erstmals Radiowerbung.

Dabei wandte sich die Kampagne insbesondere an diejenigen, die gar nicht auf Jobsuche sind: Wir suchen spezielle Berufsgruppen für den Werkdienst. Das sind zum Beispiel Handwerksmeister für Bau, Holz und Metall. Diese Fachleute sind häufig bereits in festen Beschäftigungsverhältnissen und suchen gar nicht aktiv einen neuen Job, erklärt Katharina Hommel. Darüber hinaus sei die JVA als Arbeitgeber kaum bekannt.

Das Radio vermag Menschen überall und jederzeit zu erreichen. Es läuft im Auto, auf dem Smartphone, im Büro oder in der Freizeit und schafft damit die optimale Kontaktchance: "Wir haben die Spotschaltungen bewusst zum Wochenende hin gebündelt und mit einer Anzeige in den heimischen Tageszeitungen am Samstag ergänzt, um einen entsprechenden Werbedruck aufzubauen", erklärt Mediaberater Andreas Camen von Radio Herford die Strategie.

Der Erfolg? Es gingen mehr Bewerbungen ein im Vergleich zum Jahr zuvor ohne die Radiowerbung. Manche Bewerber geben auch an, den Spot im Radio gehört zu haben".